Abbas Kiarostami (1940-2016) zählt zu den prägenden Figuren des Weltkinos. Von seinen Anfängen mit pädagogischen Filmen in den 1970er Jahren über seine stilprägenden Kinofilme der 1980er und 1990er Jahre bis zu seinen experimentellen Arbeiten im 21. Jahrhundert arbeitete der iranische Regisseur konsequent an einer Neuerfindung des Mediums.
Kiarostamis lyrischer Gestus und der forschende Blick, mit dem er die Wirklichkeit des nach-revolutionären Iran erkundet, haben die Möglichkeiten des Kinos, den poetischen Gehalt unserer Welt zu enthüllen, entscheidend erweitert. In der Lecture & Film-Reihe Die Poesie der Wirklichkeit: Die Filme von Abbas Kiarostami gehen Kenner*innen seines Werks der Frage nach, was Kiarostamis Zeitbilder uns heute zu sagen haben.
Mittwoch, 20.05.2026, 18:00 Uhr
DAVANDEH (Der Läufer)
Iran 1984. R: Amir Naderi D: Madjid Nirumand, Behruz Maghsudlu, Mohsen Shah Mohammadi. 94 Min. 35mm. OmU
Original Version with German subtitles
Filmreihe: Lecture & Film
DER LÄUFER fügt sich in eine lange Tradition iranischer Filme ein, die realistisch das Leben von Kindern beschreiben. Der 13jährige Amiro lebt ohne Eltern – sein Zuhause ist ein Schiffswrack – in einer iranischen Hafenstadt und schlägt sich mit dem Sammeln von Flaschen, mit Schuhputzen und dem Verkauf von Eiswasser durch; sehnsüchtig blickt er oft den Schiffen und Flugzeugen nach. Der Titel des Films verweist auf ein zentrales Motiv des Films: das Laufen. Um seine Tätigkeiten ausüben zu können, muss Amiro schneller sein als die anderen, und so sieht man ihn oft rennen, manchmal auch als einfaches Kräftemessen im Wettlauf mit den anderen Jungen. DER LÄUFER verarbeitet auch autobiographische Erfahrungen des Regisseurs und war einer der ersten Filme nach der Revolution, die ins Ausland kamen.
Organisiert vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt und dem DFF. Kuratiert von Vinzenz Hediger und Daniel Fairfax. Unterstützt durch die hessische Film- und Medienakademie, Goethe-Universität Frankfurt, Verein der Freunde und Förderer der Goethe-Universität, Stiftung zur Förderung der internationalen Beziehungen.
Tickets gibt es auf der Webseite.