Abbas Kiarostami (1940-2016) zählt zu den prägenden Figuren des Weltkinos. Von seinen Anfängen mit pädagogischen Filmen in den 1970er Jahren über seine stilprägenden Kinofilme der 1980er und 1990er Jahre bis zu seinen experimentellen Arbeiten im 21. Jahrhundert arbeitete der iranische Regisseur konsequent an einer Neuerfindung des Mediums.
Kiarostamis lyrischer Gestus und der forschende Blick, mit dem er die Wirklichkeit des nach-revolutionären Iran erkundet, haben die Möglichkeiten des Kinos, den poetischen Gehalt unserer Welt zu enthüllen, entscheidend erweitert. In der Lecture & Film-Reihe Die Poesie der Wirklichkeit: Die Filme von Abbas Kiarostami gehen Kenner*innen seines Werks der Frage nach, was Kiarostamis Zeitbilder uns heute zu sagen haben.
Donnerstag, 07.05.2026, 20:15 Uhr
DAH (Ten)
Iran 2002. R: Abbas Kiarostami. D: Mania Akbari, Amina Maher, Roya Akbari. 94 Min. Digital. OmeU
Original Version with English subtitles
Lecture: Maryam Ghorbankarimi (Lancaster)
Filmreihe: Lecture & Film
Während sie mit ihrem Auto durch die Straßen von Teheran fährt, chauffiert eine frisch geschiedene Frau verschiedene Menschen. Kiarostami nutzt die Freiheiten des digitalen Filmemachens voll aus, indem er ausschließlich mit zwei am Armaturenbrett des Fahrzeugs befestigten Kameras dreht, und schafft so einmal mehr eine doppelbödige Reflexion über Fiktion und Dokument, das Einblicke in das Leben von Frauen im Iran um die Jahrtausendwende zeigt. TEN fängt dabei prägnante Momente alltäglicher menschlicher Interaktionen ein, seine einfache Prämisse dient dabei als Vehikel für einen facettenreichen Blick auf die Spannung zwischen den Zwängen einer patriarchalischen Gesellschaft und dem universellen Bedürfnis nach persönlicher Freiheit.
Organisiert vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt und dem DFF. Kuratiert von Vinzenz Hediger und Daniel Fairfax. Unterstützt durch die hessische Film- und Medienakademie, Goethe-Universität Frankfurt, Verein der Freunde und Förderer der Goethe-Universität, Stiftung zur Förderung der internationalen Beziehungen.
Tickets gibt es auf der Webseite.