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News

Rückblick auf The Global Composition 2026: Connective resonance for (post)humans. Conference on Sound, Media and Environment. (3-6 September)

Während der dreitägigen Konferenz unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsameter und Judith Bihr, Direktorin und Hauptdozentin des Masterstudiengangs IMC (International Media Cultural Work), war die Teilnehmerzahl sehr hoch; die Teilnehmer kamen nicht nur aus verschiedenen Teilen Deutschlands, sondern es gab auch eine rege internationale Beteiligung aus Ländern wie Australien, Kanada, Nigeria,...

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Während der dreitägigen Konferenz unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsameter und Judith Bihr, Direktorin und Hauptdozentin des Masterstudiengangs IMC (International Media Cultural Work), war die Teilnehmerzahl sehr hoch; die Teilnehmer kamen nicht nur aus verschiedenen Teilen Deutschlands, sondern es gab auch eine rege internationale Beteiligung aus Ländern wie Australien, Kanada, Nigeria, der Ukraine, den Vereinigten Staaten, Italien und vielen anderen. 

Es gab Workshops, darunter die „Keynote-Workshops“ – darunter zwei, einer von der Deutsch- Kanadierin Hildegard Westerkamp und dem IMC- Dozent Avan-Nomayo Ikponmwosa –, Konzerte, Kunstinstallationen, Soundwalks, wissenschaftliche Vorträge und als wichtiger Bestandteil die Veranstaltung „Der Club der Zukunft“ in der Centralstation. All dies bildete eine perfekte Verbindung zwischen Ökologie, Nachhaltigkeit, Klang, Wissenschaft, Kunst und Demokratie. https://fzdkmi.h- da.de/detailansicht-news/konnektive-resonanz-fuer-posthumane 


2.1 – KEYNOTE WORKSHOP: Hildegard Westerkamp: The Transformational Nature of Listening: The Gift That It Is.

Dieser Workshop war ein Ort des Zuhörens, des Austauschs und der Bewegung. Mit Bezügen zu Pauline Oliveros und R. Murray Schafer. Dabei legte die Komponistin mehr Wert auf das aktive Zuhören anhand der Erfahrungen der Teilnehmer als darauf, aktiv zu sprechen oder ein bestimmtes Thema zu erläutern. Man könnte sagen, dass der Workshop eine Einführung in die Klangmeditation und in die Idee des Genusses des „Nichtstuns“ war. 

Im ersten Teil des Workshops stellte die Komponistin den Teilnehmern eine ihrer neuesten Kompositionen vor, untermalt mit Aufnahmen ihrer Tochter aus deren frühesten Kindheitsjahren. Anschließend las sie die Übung von Pauline Oliveros - „Extreme Slow Walk“ vor, bei der die Teilnehmenden etwa 8 bis 10 Minuten lang die Übung durchführten und das Tempo untereinander schrittweise steigerten, ohne dabei die anderen zu stoßen. Dies regte zum Nachdenken über den Körper, das Zuhören, die Meditation, die Bewegung, die Ökologie, die Gesellschaft und die Teilhabe an, um anschließend auf der Grundlage der Erfahrungen der Teilnehmenden einen Gedankenaustausch zu führen. 

Westerkamp ist nicht nur Komponistin, sondern auch Aktivistin. Sie hat durch ihre Klanglandschaften ein soziales Bewusstsein geschaffen und eine klare Botschaft darüber vermittelt, was es bedeuten würde, wenn der Mensch keinen Kontakt zur Natur hätte, und regt damit zum Nachdenken über die Rolle des Menschen und die aktuelle Weltlage an. Im dritten und letzten Teil des Workshops ging es um ein Gespräch, in dem über den Einfluss der Klanglandschaft sowie die Bedeutung des Zuhörens und der Langsamkeit in einer Welt nachgedacht wurde, die sich immer schneller bewegt und sich zunehmend von der Natur entfremdet.


2.2 – KEYNOTEWORKSHOP: Avan-Nomayo Ikponmwosa: Cities that speak: a participatory exploration of acoustic infraestructure and the social life of sound in African urban cultures. 

Könnte es sein, dass alle Geräusche, die uns umgeben, nicht mehr als „Soundmarks“ identifiziert werden können und sich stattdessen zur eigentlichen Infrastruktur einer Stadt oder eines Landes entwickeln? 

Das war die interessante Frage, mit der der Dozent an der Hochschule Darmstadt, Avan-Nomayo Ikponmwosa seinen Workshop begann, er führte die Teilnehmer anhand von Klängen in Nigeria ein und erklärte, warum er der Ansicht ist, dass diese Klänge nicht nur die Soundscape eines Ortes prägen, sondern vielmehr dessen Infrastruktur bilden und dass dieser Ort ohne sie nicht mehr derselbe wäre. 

Zu Beginn spielte der Dozent einige Töne ab, die man als „Soundmarks“ bezeichnen könnte, und fragte die Teilnehmenden, worauf diese Töne ihrer Meinung nach zurückzuführen seien. Zunächst klangen sie wie Glockengeläut oder wie Menschen, die Rufe ausstießen, um Essen zu verkaufen, sagten die Teilnehmer, doch in Wirklichkeit handelte es sich bei diesen Geräuschen um Schneider, Schuhmacher, „Busbegleiter“ und Motorradfahrer, die diese Laute von sich gaben, um in Nigeria ihre Dienste anzubieten. Anschließend enthüllte er nicht nur die Bedeutung des Klangs, sondern auch ein Bild. Das Interessante daran ist, dass keiner der Teilnehmenden wusste, um welchen Klang es sich handelte, da es sich um „Signale“ handelt, die spezifisch und repräsentativ für Nigeria sind und die nur Menschen aus diesem Land sofort erkennen können; diese könnten nun in „Soundmarks“ übersetzt und anschließend in „Infrastruktur“ umgewandelt werden. 

Denn laut dem Professor sind diese Geräusche bereits so sehr Teil der Infrastruktur, dass – in diesem Fall Nigeria – das Land ohne sie, die nicht nur Handlungen vermitteln, sondern auch Botschaften, die ohne Worte verstanden werden und das Ökosystem selbst ausmachen, nicht mehr Nigeria wäre. Foto: Laura Pachón Beltrán. 


2.3 – Klanginstallation der IMC-Studierenden – „Sonic Encounters“: 

Während der drei Tage der Sound Conference fand im Blauen Saal der Mensa eine Klangausstellung der IMC-Studierenden statt. Die Werke, die dem Publikum präsentiert wurden, behandelten verschiedene Themen, darunter beispielsweise in Klanglandschaften übersetzte Poesie, ein Ort der Meditation mit einer Klanglandschaft aus Vietnam, Desinformation und sogar ein interaktiver DJ-Mix mit Geräuschen der DB (Deutsche Bahn), all dies basierend auf Soundscape-Klängen, die von den Studierenden aufgenommen und bearbeitet wurden. Während der drei Tage der Sound Conference fand im Blauen Saal der Mensa eine Klangausstellung der IMC-Studierenden statt. Die Werke, die dem Publikum präsentiert wurden, behandelten verschiedene Themen, darunter beispielsweise in Klanglandschaften übersetzte Poesie, eine Flucht an einen abgelegenen Ort in Vietnam, Desinformation und sogar ein interaktiver DJ-Mix mit Geräuschen der DB (Deutsche Bahn), all dies basierend auf Soundscape-Klängen, die von den Studierenden aufgenommen und bearbeitet wurden. 

Die daraus entstandenen Werke basieren auf innovativen Ausstellungskonzepten, die Klang als künstlerisches Medium aus archäologischen und kuratorischen Perspektiven beleuchten. unter Anleitung der Lehrkräfte, Judith Bihr und Klaus Schüller. Die Werke wurden im Rahmen einer Kombination aus zwei Wahlfächern im Sommersemester geschaffen, und die Kunstinstallation wurde ebenfalls in diesem Rahmen kuratiert. Die Studierenden, die sowohl an den Klangarbeiten als auch an der Kuratierung der Installation beteiligt waren, waren: Ceren Ari, Madiha Burney, Daria Dolmatova, Merve Gül, Rowan Hoerner, Natasha Khanyola, Chanbyeol Kim, Semin Kim, Selina Leitz, Melika Maleki, Laura Pachón Beltrán, Meral Pourhosseinzadeh, Muhamad Kashif Shabir, Hunain Shahid, Alban Tufa und Chau Vuong. 


2.4 – „Der Club der Zukunft“ – Centralstation 

Die 12 Studierenden, die im Sommersemester 2026 am Wahlfach der „der Club der Zukunft“ teilnahmen, nahmen an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet, darunter Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden, Soundscapes auf. 

Unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsamenter und dem Laboringenieur Robin Wiemann bearbeiteten und produzierten sie eine 3D-Audiokomposition auf der Grundlage urbaner Klanglandschaften, die eine kollektive Resonanz mit den zugrundeliegenden Konzepten wie Demokratie, Nachhaltigkeit und Ökologie erzeugte, und verbanden diese anschließend mit einem Live-Rave. 

Die Komposition durch die Studierenden, Paul David Banerje, Berfin Damla Fiskeci, Rowan Hoerner, Natasha Khanyola, Semin Kim, Euodia Lestari, Laura Pachón Beltrán, Meral Pourhosseinzadeh, Marina Rodriguez Semensati, Sadia Shahid, Zekai Vanli, Chau Vuong und Wentian Wang, das war das Erste, was man in der 3D-Audiokomposition hörte, die vom Technikteam der Centralstation, dem Laboringenieur Robin Wiemann, dem Dozenten Klaus Schüller und einigen Studierenden des Wahlfachs aufgebaut worden war. Es fand eine Pressekonferenz statt, an der drei Journalisten, zwei Mitarbeiter der Centralstation – darunter Meike Heignigk –, Prof. Sabine Breitsameter, der Laboringenieur Robin Wiemann, Dozent Klaus Schüller und der Absolvent Philipp Schober teilnahmen.

Doch dies war nur der erste Programmpunkt dieser Veranstaltung; der zweite war die Installation von Visuellen, präsentiert vom ehemaligen IMC-Masterstudenten Philipp Schober, der in seinen eigenen Worten sagt:„ Mein Ziel war es, eine visuelle Ebene zu gestalten, die zum 3D-Audio und zum dramaturgischen Verlauf des Abends passt, der die Veranstaltung von Soundscapes zur Musik führte.Kernidee meines Konzepts war es, den Gedanken der Permakultur als Gestaltungsmethode zu nutzen, da sie aus dem Zusammenspiel von Menschen, Tieren und Pflanzen Synergien für alle erzeugen will. So kam ich zum Leitmotiv der Blattadern: Ihr Muster aus Hauptstrang und Verästelung findet sich ebenso in Flüssen, Schienennetzen und Arterien — und ließ sich deshalb nutzen, um Bilder menschlicher und natürlicher Infrastrukturen ineinanderzublenden, welche ich entlang der Blattlinienform rendern ließ“. 

Der ehemalige Absolvent präsentierte einige Tülltücher, die von der Decke hingen, und projizierte mit vier Projektoren Bilder darauf, die perfekt auf die 3D-Komposition der Studierenden abgestimmt waren und einen spektakulären Projektionshimmel an der Decke der Centralstation zu schaffen. 

Als drittes standen die Klanginstallationen von Dozent Klaus Schüller auf dem Programm, mit denen die Besucher der Veranstaltung interagieren konnten, indem sie den Klang im Raum entsprechend der Bewegung von Objekten veränderten. Es waren insgesamt drei: Bei einem konnte man die Lautstärke des Klangs durch das Bewegen von Gegenständen wie Steinen oder Dosen beeinflussen, der zweite war eher materieller Natur und veränderte den Klang des Raums durch verschiedene Materialien wie Metall und Holz, und der dritte war ein großer Bildschirm, über den man mit der Bewegung des Klangs im Raum interagieren konnte und zum Abschluss des Abends: Eine Rave- Party mit Soundscape-Aufnahmen der Studierenden und Live-Musik von DJ Luka Mookee, live abgemischt vom Tontechniker Robin Wiemann.

Alle Informationen zur Global Composition 2026 gibt es auf der Webseite.

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