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hessische Film- und Medienakademie (hFMA)
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(Goethe-Universität Frankfurt am Main)

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Kracauer Lectures 2019/20

Warum „Kracauer Lectures“?
Mit ihrem Titel würdigt die Reihe „Kracauer Lectures in Film and Media Theory“ den gebürtigen Frankfurter Philosophen, Soziologen, Schriftsteller und Film- und Medientheoretiker Siegfried Kracauer (1889-1966), einen der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts im Feld der Film- und Medientheorie. Zugleich verweist der Reihentitel auf die Rolle Frankfurts und...

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Warum „Kracauer Lectures“?


Mit ihrem Titel würdigt die Reihe „Kracauer Lectures in Film and Media Theory“ den gebürtigen Frankfurter Philosophen, Soziologen, Schriftsteller und Film- und Medientheoretiker Siegfried Kracauer (1889-1966), einen der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts im Feld der Film- und Medientheorie. Zugleich verweist der Reihentitel auf die Rolle Frankfurts und seiner Universität als Gründungsorte der kritischen Reflexion des Films und der technischen Medien im 20. Jahrhundert.

Die Reihe setzt sich zum Ziel, avancierte aktuelle Positionen der Film- und Medientheorie und der Medienphilosophie sowie der Medienreflexion in der Kunst- und Kulturwissenschaft und der philosophischen Ästhetik zur Darstellung zu bringen und damit einen Beitrag zur Erweiterung und Entwicklung des Feldes der Film- und Medienwissenschaft zu leisten, der am schnellsten wachsenden geisteswissenschaftlichen Disziplin in Deutschland.

Von ihrem Namensgeber erbt die Reihe den Ansatz, den Film als Anlass und Gegenstand des Denkens an einer Schnittstelle von Kultur- und Sozialtheorie anzusiedeln, sowie die Intuition, dass der Film und überhaupt die technischen Bildmedien gesellschaftliche Verhältnisse nicht bloß abbilden, sondern in wachsendem Maße strukturieren und prägen. Dieser Intuition folgend und dem Stand der Entwicklung der Film- und Medienwissenschaft in Deutschland und darüber hinaus Rechnung tragend, öffnet sich die Reihe neben ästhetischen Positionen auch solchen aus dem Bereich der Wissenschaftsforschung, der Technikphilosophie der Medien, der Kultur- und Medienökonomik und der politischen Theorie.

Schließlich ehrt die Reihe mit Kracauer auch den Theoretiker, der zunächst einmal Kritiker war. Zum Verhältnis von Theorie und Kritik schrieb Jean Starobinski, dass der Auftrag Kritik darin bestehe, dem grauen Einerlei der Theorie einen Sinn für die Regelübertretungen und die Widersprüchlichkeit des Werkes entgegen zu setzen. Die Kritik muss sich selbst zum Werk machen, sie muss die Risiken des Werks eingehen, „se faire œuvre elle-même et courir les risques de l’œuvre“, so Starobinski. Kracauer beherrschte die Kunst, das Werk nicht zum Exempel einer theoretischen Position zu reduzieren, sondern Theorie im Ausgang vom Werk zu entwickeln und dabei die Risiken des Werks einzugehen. Diese Kunst soll auch in den Beiträgen zu den „Kracauer Lectures“ zur Entfaltung gebracht werden.

Alle Vorträge werden hier zum nachzuhören eingestellt.

ZIRKULATION.


Wie zirkuliert das Wissen über Film im transnationalen Kontext, welcher Abrieb wird dabei produziert, welche Anreicherung? Wie findet der Film seinen Weg durch die Märkte, um wertschöpfend produktiv zu werden, und wie findet er Schleichwege darum herum? Wie intervenieren Archive und Museen in die Zirkulation von Geschichtsbildern? Wie erzählt man den Lebenslauf einer veritablen Filmkopie, was...

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Wie zirkuliert das Wissen über Film im transnationalen Kontext, welcher Abrieb wird dabei produziert, welche Anreicherung? Wie findet der Film seinen Weg durch die Märkte, um wertschöpfend produktiv zu werden, und wie findet er Schleichwege darum herum? Wie intervenieren Archive und Museen in die Zirkulation von Geschichtsbildern? Wie erzählt man den Lebenslauf einer veritablen Filmkopie, was erzählt die Filmkopie über ihren Lebenslauf? Wer entscheidet über die Disponibilität von Filmen, und wo geistern sie, nachdem sie verschwunden sind? Aus welcher Quelle entspringt ein Stream, wie wird er im Fluss gehalten, von wem gelenkt? Wo kommt es zu gewollten Ballungen, wozu organisiert man Verkehrsknotenpunkte: Wie feiern wir Film?

Unter dem Titel „Zirkulation“ fragten wir nach den oftmals nicht unmittelbar einsichtigen Verkehrswegen und Metamorphosen des Films zwischen den Institutionen: Seit jeher international nomadisierend, konstitutiv arbeitsteilig produziert, auf dem Markt fluktuierend, sich medial vervielfältigend, in seiner Materialität angreifbar und in seinen Präsentationsformen gravierenden Wandlungen unterworfen, ist der Film kaum an einem spezifischen Ort, zu einer spezifischen Zeit dingfest zu machen. Zirkulation gehört zu seinem Wesenskern, bleibt er stehen, ist er vorbei.

Workshop Filmkritik auf dem Lichter Filmfest 2019


Während des LICHTER Filmfests in der letzten Märzwoche 2019 gab es zum sechsten Mal die Möglichkeit für Studierende und frischgebackene Alumni aus dem hFMA-Netzwerk an einem fünftägigen Intensiv-Workshop zur Filmkritik teilzunehmen. Unter der Anleitung der Filmkritiker Bert Rebhandl (‚Cargo‘) und Carolin Weidner ('taz', 'SPIEGEL online') gab es Einblicke in die journalistische Praxis und...

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Während des LICHTER Filmfests in der letzten Märzwoche 2019 gab es zum sechsten Mal die Möglichkeit für Studierende und frischgebackene Alumni aus dem hFMA-Netzwerk an einem fünftägigen Intensiv-Workshop zur Filmkritik teilzunehmen. Unter der Anleitung der Filmkritiker Bert Rebhandl (‚Cargo‘) und Carolin Weidner ('taz', 'SPIEGEL online') gab es Einblicke in die journalistische Praxis und viel Gelegenheit für eigene filmkritische Arbeiten.

Während des Festivals verfassten die sieben Teilnehmer_innen aus dem TFM der Goethe Uni, der Hochschule Darmstadt und dem Institut für Angewandte Theaterwissenschaften selbständig Rezensionen und diskutieren die Texte. Die Rezensionen wurden im Anschluss tagesaktuell auf einem eigenen Blog veröffentlicht (kritikerblog.com)

So erhielten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, sich das grundlegende Handwerk der Filmkritik anzueignen und es mit eigenen Texten erproben, die während des Festivals in schneller Folge auf dem Kritikblog erschienen.


Erstmals veröffentlichte die Kritiker-Runde ihre interne Diskussion auch als Podcast (hier reinhören). Die enstandenen Filmkritiken sind hier zu finden.


Der Workshop wurde geleitet und betreut von:

Bert Rebhandl Der österreichische Journalist hat sich als Filmkritiker einen Namen gemacht. Er betrachtet das Kino als Beobachtungsraum: »Der Film, den ich gesehen habe, ist eine Einheit und ein Ausschnitt. So fängt das Interesse beim Schreiben an. Ich suche Filme, die einen Überschuss produzieren, in den ich mich einschreiben kann.« Er schreibt unter anderem für die FAZ, die taz und Cargo und lehrt nebenbei an der FU Berlin.
 
Carolin Weidner (*1989) hat Filmwissenschaft und Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Berlin studiert. Parallel zum Studium begann sie mit dem Schreiben von Filmtexten für Magazine wie tip Berlin und kulturSPIEGEL sowie für die Tageszeitungen taz und FAZ. Aktuell arbeitet sie als freie Autorin für die taz und SPIEGEL Online. Seit einigen Jahren engagiert sie sich außerdem ehrenamtlich im Vorstand des Verband der deutschen Filmkritik. Gerade hat sie an der Universität Hildesheim ihr erstes Seminar zum Thema Filmjournalismus unterrichtet.

Das Projekt fand einmal mehr in Kooperation mit dem Institut für TFM (Theater-, Film- und Medienwissenschaft) an der Goethe-Uni Frankfurt, der hFMA und dem LICHTER Filmfest statt.

Kracauer Lectures Wintersemester 2018 / 19

Die Kracauer Lectures gingen in die Winterrunde!
Und zwar am Dienstag 18.12.2018, 18 Uhr
mit Tami Williams' lecture:
ReViewing 1920s Cinematic Impressionism: Germaine Dulac’s Adaptation of Ibsen’s “The Master Builder” or the False Ideal of a Cinema without Theater
Belle Époque Paris was the epicenter of a diverse reevaluation and reconfiguration of suggestive forms that galvanized the art...

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Die Kracauer Lectures gingen in die Winterrunde!

Und zwar am Dienstag 18.12.2018, 18 Uhr

mit Tami Williams' lecture:

ReViewing 1920s Cinematic Impressionism: Germaine Dulac’s Adaptation of Ibsen’s “The Master Builder” or the False Ideal of a Cinema without Theater

Belle Époque Paris was the epicenter of a diverse reevaluation and reconfiguration of suggestive forms that galvanized the art world, bringing innovative musical compositions, exhilarating dance forms, new pictorial models and widespread theatrical renovation. Germaine Dulac, an early theater critic, feminist filmmaker, and pioneer of an aesthetics of suggestion and sensation, made over 30 fiction films, many marking new cinematic tendencies, from impressionist to abstract. A look at the mid-1920s genesis and context of her unrealized film adaptation of Ibsen’s iconic theater play, The Master Builder-1892, renews our perspective of French cinematic impressionism.

Tami Williams is Associate Professor of Film Studies and English at the University of Wisconsin-Milwaukee.


Dienstag 15.01.2019, 18 Uhr

Julia Noordegraaf about:

Digital Archives and Methods for Media Historiography

Over the past two decades, academic and cultural heritage institutions have made significant progress in the digitization of audiovisual media content and related materials, such as archival records, newspapers and program guides. In correspondence to these digitization efforts, media scholars have increasingly adopted software available for the creation of databases with structured data on various aspects of the production, distribution and reception contexts. And finally, various new tools have been developed for exploring these new, digital collections and analyzing the data contained in them, such as tools for text mining, image analysis, geographical mapping or network visualization

Julia Noordegraaf is professor of Digital Heritage in the department of Media Studies at the University of Amsterdam.


Venue: Casino, Raum 1.811
Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Lecture & Film: Die Erfinderin der Formen: Das Kino von Chantal Akerman


Von Oktober 2018 bis Juli 2019 konnten wir mit großzügiger Unterstützung der hFMA die Veranstaltungsreihe „Lecture & Film – Die Erfinderin des Formen. Das Kino von Chantal Akerman“ im Filmmuseum durchführen.

Die Reihe wurde veranstaltet als Vortragsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der...

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Von Oktober 2018 bis Juli 2019 konnten wir mit großzügiger Unterstützung der hFMA die Veranstaltungsreihe „Lecture & Film – Die Erfinderin des Formen. Das Kino von Chantal Akerman“ im Filmmuseum durchführen.

Die Reihe wurde veranstaltet als Vortragsreihe des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“ vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt und dem Kino im deutschen Filmmuseum gemeinsam mit der Städelschule und der HfG Offenbach im Rahmen der hessischen Film- und Medienakademie in Kooperation mit dem Masterstudiengang „Curatorial Studies“.

In der Film & Lecture-Reihe „Lecture & Film – Die Erfinderin des Formen. Das Kino von Chantal Akerman“ entwarfen an 15 Abenden namhafte internationale Spezialist*innen, Kurator*innen und ehemalige Mitarbeiter*innen von Chantal Akerman eine Kartographie des vielschichtigen Werks der bedeutendsten Regisseurin der Filmgeschichte. Die Abende bestanden jeweils aus Vorträgen in Verbindung mit Filmvorführungen und anschließender Diskussion.

Die Reihe war angelegt als interdisziplinäre Ringveranstaltung zwischen Theater-, Film und Medienwissenschaft und Filmwissenschaft und brachte insbesondere die beiden Masterstudiengänge „Curatorial Studies“ und „Filmkultur: Archivierung, Programmierung, Präsentation“ zusammen, die Alleinstellungsmerkmale der Goethe-Universität darstellen und den Standort Frankfurt in besonderer Weise auszeichnen. Die Veranstaltung war überdies für alle Studierenden des hFMA-Netzwerks geöffnet, die im Rahmen der Veranstaltungen auch Scheine erwerben konnten. Dieses Angebot wurde namentlich auch von Studierenden der Städelschule rege genutzt. Die Veranstaltung richtete sich überdies an die universitätsnahe interessierte Öffentlichkeit und diente auch dazu, die Forschungsarbeit in die Stadt hinein zu tragen und die internationale Vernetzung der Goethe-Universität über das Programm sichtbar zu machen.

Die Reihe schloß an die überaus erfolgreichen Reihen zu Godard, Pasolini, Warhol, Varda, Lubitsch und das brasilianische Underground-Kino der 1960er und 1970er Jahre an, die vom Institut für TFM gemeinsam mit dem Kino im deutschen Filmmuseum in den letzten Jahren ausgerichtet wurden.

Die Mittel, die uns für die Reihe von der hFMA zur Verfügung gestellt wurden, konnten wir für die Einladung von Gästen einsetzen.

Die Vorträge wurden aufgezeichnet und sind auf www.chantal-akerman.de dauerhaft verfügbar.

Ohne den substanziellen Beitrag und die Unterstützung der hFMA wäre dieses Ereignis, das als großer Erfolg gewertet werden kann, nicht möglich gewesen. Für die Unterstützung möchte ich mich auch im Namen der anderen Veranstalter bedanken.

(Prof. Dr. Vinzenz Hediger, Professor für Filmwissenschaft, Goethe-Universität Frankfurt)


Ton-Bild-Zeit: Filmemacher/innen und ihr Werk: Susan Mogul

Screenings und Workshop mit der Experimentalfilmerin und Performance-Künstlerin Susan Mogul (Los Angeles) in Frankfurt und Kassel.
Susan Mogul ist eine zentrale Figur der feministischen Avantgarde im Experimentalfilmschaffen und der Performance-Kunst der letzten Jahrzehnte. Susan Mogul stellte bei einem Screening im Mal Sehn Kino in Frankfurt sowie bei einem Workshop in Kassel für Studierende...

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Screenings und Workshop mit der Experimentalfilmerin und Performance-Künstlerin Susan Mogul (Los Angeles) in Frankfurt und Kassel.

Susan Mogul ist eine zentrale Figur der feministischen Avantgarde im Experimentalfilmschaffen und der Performance-Kunst der letzten Jahrzehnte. Susan Mogul stellte bei einem Screening im Mal Sehn Kino in Frankfurt sowie bei einem Workshop in Kassel für Studierende der hFMA-Schulen und in Frankfurt überdies für die interessierte Öffentlichkeit ihre neusten Arbeiten vor und gab einen Überblick über ihr Werk.

Geboren und aufgewachsen in New York und seit 1973 in Los Angeles tätig, zählt Susan Mogul zu den wichtigsten Exponentinnen des feministischen Experimentalfilm-Schaffens und der Performance-Kunst in den USA der letzten Jahrzehnte. Ihre autobiographisch gefärbten Filmarbeiten und Performances verbinden die Form des Essays mit Elementen der Stand-up Comedy und stellen tradierte Geschlechterrollen und Machtverhältnisse auf ebenso spielerische wie provokative Art und Weise in Frage. Das Spektrum ihrer filmischen Arbeiten reicht dabei von einem filmischen Brief an Dennis Hopper aus Anlass der Tatsache, dass sie beiden denselben Zahnarzt frequentieren über „The Last Jew in America“, eine Art Gegenstück zu Barbra Streisands „Yentl“, bis zu „Driving Men“, einem Film über die Männer im Leben der Künstlerin, der 2008 ein weltweiter Festivalerfolg wurde. Mogul hat unter anderem ein Guggenheim Fellowship erhalten (2002) und wurde vom Dokumentarfilm-Festival „Visions du réel“ in Nyon 2008 mit einer persönlichen Retrospektive gewürdigt.

In den Screenings und dem Workshop, die von der Kunsthochschule Kassel und der Goethe-Universität gemeinsam im Rahmen des hFMA-Netzwerks veranstaltet wurden, stellte Mogul ihren Essayfilm „Everyday Echo Street“ sowie Auszüge aus ihrem aktuellen Projekt „Mom’s Move“ vor und gab zugleich einen Überblick über ihr bisheriges Schaffen.

Programmelemente:

  • Workshop mit Susan Mogul 
    Dienstag, 19. Juni, 14 Uhr | Goethe-Universität, Raum 7.312 
  • Screening mit Einführung und anschließender Diskussion
    Dienstag, 19. Juni, 18.00 Uhr | Mal Seh'n Kino, Frankfurt
  • Screening mit anschließender Diskussion
    Mittwoch, 20. Juni , 18.30 Uhr | Filmladen Kassel

5. Workshop Filmkritik auf dem 11. LICHTER Filmfest Frankfurt International

Während des LICHTER Filmfests gab es zum fünften Mal die Möglichkeit für Studierende und frischgebackene Alumni aus dem hFMA-Netzwerk an einem viertägigen Intensiv-Workshop zur Filmkritik teilzunehmen.

"Ein Filmfestival sorgt wie von selbst für Filmkritik: Man sieht einen Film, tauscht sich darüber aus, macht sich Gedanken, und zieht Vergleiche. Schon ist man mitten in diesem Geschehen, das...

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Während des LICHTER Filmfests gab es zum fünften Mal die Möglichkeit für Studierende und frischgebackene Alumni aus dem hFMA-Netzwerk an einem viertägigen Intensiv-Workshop zur Filmkritik teilzunehmen.

"Ein Filmfestival sorgt wie von selbst für Filmkritik: Man sieht einen Film, tauscht sich darüber aus, macht sich Gedanken, und zieht Vergleiche. Schon ist man mitten in diesem Geschehen, das wir als Kritik bezeichnen", schreibt Bert Rebhandl. 

Von da bis zu einem ausdrücklich filmkritischen Text ist es ein weiter Weg.

Gemeinsam mit den Filmkritikern Bert Rebhandl und Toby Ashraf eigneten sich die Teilnehmer_innen das grundlegende Handwerk der Filmkritik an, die dann auf dem Kritikblog veröffentlicht wurden.


Ziel des Workshops 

Während des Festivals verfassten die Teilnehmer_innen selbständig Rezensionen und diskutierten die Texte. Die Rezensionen wurden im Anschluss auf einem eigenen Blog veröffentlicht.

Selbstverständlich erhielten die Teilnehmer_innen des Workshops Festivalpässe und somit freien Eintritt zu allen Veranstaltungen des LICHTER Filmfests.

Die Beiträge des Kritikerblogs 2017 wurden auf dem kritikerblog.com veröffentlicht.

Das Projekt fand in Kooperation mit dem Institut für TFM (Theater-, Film- und Medienwissenschaft) an der Goethe-Uni Frankfurt, der hFMA und des LICHTER Filmfests statt.

Kracauer Lectures 2018 – FILMKRITIK, 1975 bis 1984. Eine Filmzeitschrift zwischen Kino und Fernsehen


Vortrag von Volker Pantenburg (Freie Universität Berlin)
Die Zeitschrift Filmkritik, 1957 unter anderem von Enno Patalas gegründet und später von Autoren und Filmemachern wie Hartmut Bitomsky, Harun Farocki, Wolf-Eckhart Bühler oder Peter Nau übernommen, bezog sich zunächst stark auf Siegfried Kracauer und die Kritische Theorie. In den 1960er Jahren war sie Schauplatz von...

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Vortrag von Volker Pantenburg (Freie Universität Berlin)

Die Zeitschrift Filmkritik, 1957 unter anderem von Enno Patalas gegründet und später von Autoren und Filmemachern wie Hartmut Bitomsky, Harun Farocki, Wolf-Eckhart Bühler oder Peter Nau übernommen, bezog sich zunächst stark auf Siegfried Kracauer und die Kritische Theorie. In den 1960er Jahren war sie Schauplatz von Debatten, die nicht nur einzelne Filme und Regisseure betrafen, sondern immer auch die Voraussetzungen und Besonderheiten des Schreibens selbst. Frieda Grafe, Helmut Färber, Enno Patalas oder Herbert Linder folgten der Prämisse, dass Filmkritik nicht heißen könne, über Filme zu schreiben, sondern dass aus der Begegnung mit dem jeweiligen Film eigene Formen resultieren müsse.

Die Vorlesung konzentrierte sich auf die letzte Dekade der Filmkritik, eine Zeit,in der die Redakteure – in vielen Fällen zugleich auch Filmemacher – Strategien entwickelten, das Format der gedruckten Monatszeitschrift zu überschreiten und zwischen Filmen, Schreiben und Fernsehbeiträgen wechselten. Auf die Frage, wie die Filmkritik in den 1970er Jahren funktioniert habe, antwortete der Filmkritik-Autor Hanns Zischler kürzlich: „Sie funktionierte nicht.“ Im Vortrag geht es um den produktiven Seiten dieser Dysfunktionalität, die Abkopplung von Aktualitätsbehauptungen und die polemische Gegnerschaft gegenüber der damaligen publizistischen Landschaft.

Volker Pantenburg ist nach Stationen an den Universitäten Münster und der Bauhaus Universität Weimar seit 2016 Professor für Filmwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Er forscht, lehrt und schreibt unter anderem zu essayistischen Praktiken sowie Arbeiten im Schnittfeld von Kino und Museum. Buchpublikationen (Auswahl): Ränder des Kinos. Godard – Wiseman – Benning – Costa (2010), Screen Dynamics. Mapping the Borders of Cinema (Mitherausgeber, 2012), Wörterbuch kinematografischer Objekte(Mitherausgeber, 2014), Cinematographic Objects. Things and Operations (Hg., 2015) und Kino-Enthusiasmus. Die Schenkung Heimo Bachstein (Mitherausgeber, 2016). 2015 gründete er gemeinsam mit anderen das „Harun Farocki Institut“, in dessen Vorstand er tätig ist.Termin: Dienstag, 23.1.2018 | 18 Uhr | Eintritt frei.
Ort: Raum 1.314 | Eisenhower-Saal
 | Campus Westend | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Symposium & Workshop: Echoes of Parthenope: Elvira Notari’s Cinema and Neapolitan Popular Culture


Elvira Notari, die erste italienische Filmemacherin, arbeitete zwischen 1906 und 1930 in Neapel, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Nicola Notari die Produktionsfirma Dora Film führte. Sie verfasste die Drehbücher, führte Regie und produzierte an die 60 Spielfilme und rund 100 Dokumentationen und Kurzfilme. Ihre Filme sind allerdings – was angesichts der Überlieferungslage des frühen...

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Elvira Notari, die erste italienische Filmemacherin, arbeitete zwischen 1906 und 1930 in Neapel, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Nicola Notari die Produktionsfirma Dora Film führte. Sie verfasste die Drehbücher, führte Regie und produzierte an die 60 Spielfilme und rund 100 Dokumentationen und Kurzfilme. Ihre Filme sind allerdings – was angesichts der Überlieferungslage des frühen Kinos nicht ungewöhnlich ist – fast alle verloren gegangen. Elvira Notari und auch ihre Filme sind daher von der Filmgeschichtsschreibung lange vergessen oder zumindest vernachlässigt worden.

Diese Filme lieferten zuvor nie gesehene Repräsentationen der neapolitanischen Stadtbevölkerung und wurden daher vom lokalen Publikum auch sehr geschätzt. Mit der Gründung einer eigenen Verleihfirma in den USA, der Dora Film D’America, zirkulierten Notaris Filme auch in Übersee und feierten große Erfolge in der italo-amerikanischen Community.


Das Symposium Echoes of Parthenope: Elvira Notari’s Cinema and Neapolitan Popular Culture an der Frankfurter Goethe Uni war der neuesten Forschung zu Elvira Notari gewidmet. Es war Teil eines übergreifenden Projekts zu Elvira Notari, das aus einer Kooperation des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt mit der Kinothek Asta Nielsen e.V., ZDF/ARTE und der Pupille – Kino in der Uni entstanden ist. 


Dem Symposium voran ging das Filmfestival Transito. Elvira Notari – Cinema of Passage, das vom 14. – 17. Dezember in der Pupille – Kino in der Uni stattfand. Das Festival präsentierte Werke Notaris im Kontext anderer Filme, von der Stummfilmzeit bis heute, und setzte diese zueinander in Beziehung. Die Stummfilme wurden mit von ZDF/ARTE und der Kinothek Asta Nielsen e.V. in Auftrag gegebenen, neu erarbeiteten Kompositionen präsentiert. 


Ein Workshop für Studierende des hFMA-Netzwerkes war ebenfalls Teil des Projektes. 


Von Notaris Werk ausgehend wurden im Symposium aktuelle Themen diskutiert: 

  • Die Rolle von Frauen im Kulturbereich und in der Filmproduktion im neapolitanischen und mediterranen Kontext während der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts.
  • Die Verflechtungen von Kino und neapolitanischer Populärkultur aus den Bereichen Musik, Theater und Literatur (Mundartlieder, Serienromane, sceneggiata und avanspettacolo).
  • Die medialen Repräsentationen von Neapel und des neapolitanischen Lebens zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
  • Das Kino als Form des Transits, als Teil der Identitätskonstruktion in Migrationsprozessen.

Untenstehend ein ausführlicher Abschlußbericht zum Download.

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Lecture & Film: "Tropical Underground. Revolutionen von Anthropologie und Kino in Brasilien nach 1965“


Kino und Ethnologie verbindet, dass sie Anschauungen von Welten schaffen, die mit der Welt, in der wir leben, verbunden sind und sich zugleich von ihr unterscheiden. In Brasilien bildet der Animismus des Amazonas-Beckens mit seinen mythischen Erzählungen von der Verwandtschaft aller Dinge und der Verwandlung aller Lebewesen ineinander schon den Stoff der Literatur: So verwandelt Mario de...

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Kino und Ethnologie verbindet, dass sie Anschauungen von Welten schaffen, die mit der Welt, in der wir leben, verbunden sind und sich zugleich von ihr unterscheiden. In Brasilien bildet der Animismus des Amazonas-Beckens mit seinen mythischen Erzählungen von der Verwandtschaft aller Dinge und der Verwandlung aller Lebewesen ineinander schon den Stoff der Literatur: So verwandelt Mario de Andrade in seinem Roman Macunaíma von 1928 das ethnologische Wissen seiner Zeit in einen avantgardistischen Abenteuerroman ohne Vorbild und Vergleich. Das Cinema Novo und das Cinema Marginal der 1960er und 1970er Jahre greifen diese Verbindung von Ethnologie und Avantgarde im Medium des Films wieder auf und vertiefen sie weiter. Dem widmet sich die Filmreihe "Tropical Underground".

Im Zentrum standen dabei die Filme des Cinema Marginal, einer Kino-Bewegung, die als ungewollter Nebeneffekt einer dirigistischen Kulturpolitik in den Anfangsjahren der Militärdiktatur entstand, sich als Gegenentwurf zum Cinema Novo verstand, und mit der künstlerischen Avantgarde vielfältige Beziehungen unterhielt. 


Die Film und Lecture-Reihe "Tropical Underground" wurde am 19.10.2017 im  Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt mit einem Vortrag von Prof. Dr. Vinzenz Hediger (Goethe Uni Frankfurt) über den Cinema Novo Klassiker Macunaíma (Joaquim Pedro de Andrade, 1969) eröffnet.


Namhafte internationale Expert_innen hielten in dieser umfangreichen Reihe jeweils einen Vortrag zu einem Film ihrer Wahl. Im Anschluss an die Filmvorführung erhielt das Publikum Gelegenheit zur Diskussion mit den Referent_innen. Viele Vorträge fanden in englischer Sprache statt.

Alle Vorträge sind hier aufgezeichnet nachzuhören/sehen.

Gezeigt wurden in dem Filmprogramm Werke von Regisseur_innen wie Ivan Cardozo, Rogerio Sganzerla, Andrea Tonacci und anderen, aber auch Schlüsselwerke des Cinema Novo von Glauber Rocha und Nelson Pereira dos Santos sowie Jorge de Andrades Macunaima.

Highlight der Reihe war die Präsentation der Schauspielerin und Regisseurin Helena Ignez (São Paolo).
Weitere Referent_innen waren unter anderem: Diedrich Diederichsen (Wien), Christopher Dunn (Tulane/New Orleans), Robert Stam (New York), Lucia Nagib (Reading), Irene Small (Princeton), Max Jorge Hinderer Cruz (Rio), Juan Suárez (Murcia), und Stephanie Dennison (Lees), u.a.


Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema waren

Ausstellung: Variationen des wilden Körpers. Fotografien von Eduardo Viveiros de Castro

November 2017 bis März 2018 im Weltkulturen Museum, Frankfurt a.M. | Eröffnung 17. November 2017


sowie die

Internationale Tagung Tropical Underground. Globalisierung und Gegenkultur in Brasilien nach 1965 vom 23.—25. Mai 2018 im Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt a.M.

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